Fr

30

Jan

2015

Das Pflegenotstandsblog: Episode 2 - Angriff der Betreuungskräfte

Erleben Sie in dieser Episode: *Die Pflege als spaßfreie Zone. *Die Entdeckung des "Heiligen Grahls" *Darth Gröhe in Action *Wertschätzende Bezeichnungen für Pflegekräfte und *Die dunkle Seite der Macht.


In der Pflege zu arbeiten ist nicht wirklich lustig. Ganz ehrlich gesagt, ist es oft total unspaßig. Deshalb lagen wir im Januar auch mal wieder auf dem Boden rum. Und meine Orgakollegin hat sogar eine 1a Ansprache mit dem Megaphone gehalten.

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Was ist Pflege am Boden ?

 

Unsere Motivation

Pflege ist die Arbeit am Menschen. … Die Situation der Pflegenden hat sich in den letzten Jahren stetig verschlechtert. Unsere täglichen Herausforderungen werden erschwert durch Arbeitskräftemangel, zu niedrige Bezahlung und eine geringe Wertschätzung der Tätigkeit. Unter diesen Voraussetzungen wird unsere Arbeit physisch und psychisch immer belastender. Wir liegen am Boden. Auch wegen der schlechten Arbeitsbedingungen wird der Pflegeberuf für Berufseinsteiger immer unattraktiver - und das in Zeiten des Pflegenotstands. Wir haben immer weniger Zeit für immer mehr zu pflegende Menschen. Der erhöhte Aufwand für die Dokumentation der Pflege stiehlt uns wertvolle Zeit am Patienten. Die Pflege - die Fürsorge und Betreuung des bedürftigen Menschen - kommt dabei zu kurz. Mit unserer Aktion wollen wir die Öffentlichkeit und den Gesetzgeber auf die Lage der Pflege aufmerksam machen.

Wir möchten Veränderungen auf politischer Ebene erwirken, die die Arbeitsbedingungen für Pflegende verbessern und ausreichend Zeit für die Bedürfnisse der zu Pflegenden garantieren. Das schließt einheitliche Personalabmessungen, um Pflegebedürftige adäquat versorgen zu können, mit ein. Unsere Arbeit ist intensiv und oft auch mühsam. Eine diesen Anforderungen entsprechende Entlohnung ist angebracht und wir fordern diese guten Gewissens ein. Außerdem halten wir Programme für Nachwuchsförderung, wie sie schon früher begonnen und wieder abgebrochen wurden, für notwendig. Die Beziehung zwischen Pflegenden und Gepflegten muss bewahrt werden. Wir wollen, dass sie wieder menschenwürdig und zugewandt gestaltet werden kann. Darum legen wir uns auf den Boden - um andere dazu zu bewegen aufzustehen und mit uns für unsere Ziele einzustehen.      

 

Kommentar der Pflege am Boden Orga Coburg                                                                                               

"PaB ist eine Ausdrucksweise, ein kleinster gemeinsamer Nenner in Punkto "Es reicht", es gibt eine Gruppe, die lehnt Berufsverbände aus unterschiedlichen Gründen ab, die andere will keinen Cent für eine Gewerkschaft ausgeben, die Nächste will sich gar nicht engagieren -

und/oder sieht keinen Sinn in einer der vorgenannten Institutionen.

 

All denen bietet PaB die Möglichkeit ohne Beiträge, unabhängig von Verbänden, Gewerkschaften, etc.,

gemeinsam für bessere Bedingungen in der Pflege ein Zeichen zu setzen.

Außerdem vereint "Pflege am Boden" beruflich/professionell Pflegende und pflegende Angehörige sowie Pflegebedürftige gleichermaßen."

 

PaB ist eine Protest-Form, ein Zusammentreffen von Gleichgesinnten, eine Stimme.

Wer streiken möchte für bessere Arbeitnehmerrechte, mehr Lohn, weniger Arbeitszeit, besseren Kündigungsschutz, etc., der muss Mitglied in einer Gewerkschaft werden. Dort sind die Vetreter in Sachen Arbeitnehmer. Wer bessere Pflegebedingungen für Bewohner, Patienten, zu pflegende Angehörige, seine beruflich pflegenden Angestellten durch seine Präsenz, Stimme, Engagement ausdrücken möchte, macht mit bei den Pflege am Boden - Flashs.

Der Rest bleibt zuhause!

 

 

Unsere Forderungen

01 (Re)Finanzierung und Sicherstellung einer menschenwürdigen Pflege für alle Menschen (unabhängig vom Vermögen)

02 Verbindliche Personalbemessungsinstrumente in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, um die Berufsflucht zu stoppen und die Attraktivität der Pflegeberufe zu steigern sowie bundeseinheitliche Pflegeschlüssel

03 Budgetierung von indirekter Pflege (Selbstpflege, Weiterbildung, Besprechungskultur, Teamentwicklung)

04 Zurückführung der Dokumentation auf ein gesundes Maß und Ausbau einer systematischen Besprechungskultur

05 Finanzielle, pflegefachliche und professionelle Entlastung pflegender Angehöriger sowie eine stärkere Aktivierung kommunaler Pflege-Infrastruktur      

06 Gesetzliches Mitbestimmungsrecht der Pflege – Pflegerische Selbstverwaltung

07 Leistungsgerechte Entlohnung und Verbindlichkeit der Entgelte bei Pflegesatzverhandlungen

08 Verbesserte Ausbildungsbedingungen und systematische Entwicklung und Finanzierung von Fort- und Weiterbildungen

09 Verbesserte Gesundheitsprävention und niedrigeres Renteneintrittsalter für beruflich Pflegende

10 Zusammenführung von Heimaufsicht und Qualitätsprüfungen in einer bundeseinheitlichen Instanz

 

 

Hier noch zwei Zitate von Florence Nightingale

 

"Krankenpflege ist keine Ferienarbeit. Sie ist eine Kunst und fordert, wenn sie Kunst werden soll, eine ebenso große Hingabe, eine ebenso große Vorbereitung, wie das Werk eines Malers oder Bildhauers. Denn was bedeutet die Arbeit an toter Leinwand oder kaltem Mamor im Vergleich zu der am lebendigen Körper, dem Tempel für den Geist Gottes?“


„Wenn man mit Flügeln geboren wird, sollte man alles dazu tun, sie zum Fliegen zu benutzen.“

 


                                                                          

Letzte Aktualisierung:

22.06. 2015 21:00:49 MEZ

Kontakt

Michaela Neukirchner

Organisatorin für Chemnitz

 

Email: pflege.am.boden.chemnitz@gmail.com
Facebook: https://www.facebook.com/diepflegeliegtamboden.chemnitz?ref=bookmarks
Telefon: 0176-83850614

Twitter: PaB_Chemnitz